Hochwasserentlastungsanlage mit Kaskaden
Das Überlaufsystem der Talsperre Einsiedel

Zur Hochwasserentlastungsanlage gibt es nicht allzuviel zu schreiben. Einfach in ihrer Funktionsweise, erlaubt sie auch dem Laien ausreichend Einblick in den (Funktions-)Ablauf.

Viel mehr sollen auf dieser Seite einige Fotos zwischen 1899 und heute dem Besucher ein Bild über die Kaskaden vermitteln...
 

Von der Staumauer aus gesehen Richtung Tal/Ort befindet sich an der linken Flanke ein Überfallwehr mit einer festen Überlaufkrone von 25 m Breite (oben links).
Auf dem Foto oben rechts die Sicht vom Talsperrenrundweg (ehemals Hindenburgweg) aus.

1991 bis 1992 wurde neben den Klinkerschutzbögen der Staumauer auch dieser Hochwasserüberlauf saniert.

Das System indes ist seit Fertigstellung der Talsperre 1894 praktisch unverändert. Rechts eine Ansichtspostkarte aus den 1930er Jahren.
(Postkarte: Jürgen Krauß)

Dem Überfallwehr schließt sich ein Hochwasserkanal an, der eigentlich nur auf alten Fotos richtig zur Gänze sichtbar wird, da heute durch Bebauung und Vegetation dieser Anblick, wie er sich uns auf dem Foto von 1899 bietet, so nicht mehr möglich ist.
Wir erkennen deutlich die Brücke über die noch heute die Altenhainer Allee hinweg läuft.
Das “schwarze Loch” links ist der Auslauf der Talsperre, wenn man also ein bestimmtes Absperrventil am Fuße der Staumauer öffnet, schießt das Wasser dort heraus.

3. März 1905. König Friedrich August III. besichtigt nicht nur die Talsperre, auch die Kaskaden finden sein Interesse. Die Kaskaden-Brücke indes konnte den großen Auflauf aus Hofstaat, lokaler Prominenz und Reportern locker verkraften (oben rechts).

Es gibt die verschiedensten Ansichten, wenn die Kaskaden “in Betrieb” sind.
Das Bild, dass sich dabei dem Betrachter darbietet, ist freilich von Jahreszeit zu Jahreszeit verschieden:
Oben links: 19. April 1965 (Gotthard Clauß)
Oben: Winter 1954, vollständig unter Eis, ein ganz seltener Anblick (Jürgen Krauß)
Oben rechts: Zugewuchert unterhalb der Brücke. Wohl die frühen 1960er Jahre. Die Natur holte sich damals verlorenes Terrain zurück. (Hans Morgenstern)
Links: Winter 1967 (Gabriele Hähle)
Rechts: 16. August 2009

 

 

Dieses Foto stammt wohl aus den 1960er Jahren.
Der Kanal selbst hat eine Breite von 8,5 m, die seitlichen Wandungen sind 1,5 m hoch.
Die gesamte Anlage hat ein Abführvermögen von 21 m³ in der Sekunde.
(Foto: Jürgen Krauß)
 

 

Die beiden Fotos unten stammen vom 15. August 2006. Zum Zeitpunkt wurde die Talsperre wegen Wartungsarbeiten zur Hälfte abgelassen.
Siehe auch ebenda.

 

 

 

 

Drei Aufnahmen vom 9. Juni 2008.
Rechts die Kaskaden und die Brücke Altenhainer Allee vom Talsperrenrundweg aus gesehen.

Unten die betagte Brücke, über die die Altenhainer Allee führt. Dem Verfall versuchte man zum Zeitpunkt -wie gut ersichtlich- mit Pollern und Gewichtsbeschränkungen Einhalt zu gebieten.

Unten rechts der Kaskadeneinlauf in die Zwönitz. Da selten große Wassermassen aus der Talsperre herunterstürzen, holt sich die Natur wieder mal ihr Terrain zurück. Jeder, der einen gepflasterten Hof besitzt, weiß: Nirgendwo wächst Gras so gut wie auf Beton und Steinen...
Der auf diesem Foto gut sichtbare Übergang über den Kanal ist der Zugang zum Grundstück Talsperrengrund 1.

 

 

In der zweiten Jahreshälfte 2009 war es dann aber soweit - die historische Brücke an der Altenhainer Allee wurde saniert.

aa Brückenbau Überlauf 160809 (5) 300

Rechts 16. August, unten 13. September, unten rechts 25. Oktober.

 

 

Schlussendlich noch dieses etwas weiter gereiste Motiv auf einer Schmuckpostkarte. Sie stammt, wie gut erkennbar, vom 19. April 1902, an diesem Tage wurde sie in Chemnitz zur Post gegeben. Sie traf zwei Tage später bei Ihrem Ziel in Nancy/Frankreich ein. Ich habe diese Karte 2007 in einem französischen Internetauktionshaus ersteigert und nun ist sie also wieder in die Heimat zurück gekehrt...

 

 

Altenhainer Allee

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