Altenhainer Allee 8 - vormals
Café Ostheim und Konditoreikaffee Krauße

Die Konditorei & Kaffee “Ostheim” auf einer Lithographie.  Bevor wir etwas weiter in der Geschichte zurück gehen, noch einige Worte zum Standort des Gebäudes. Durch die Lage genau im Kreuzungsbereich ergaben sich seinerzeit zwei Anschriften - und so ist es noch heute.
Links die Anton-Herrmann-Straße (seinerzeit Gartenstraße) 2, rechts die Altenhainer Straße 8. Unter letzterer Adresse firmiert auch die Gastwirtschaft im Erdgeschoss, daher die Einordnung an dieser Stelle im Projekt.

Vor dem Bau des “Café Ostheim” stand an gleicher Stelle das Herrmann-Gut, wir sehen es hier links auf einer Fotographie aus dem Jahre 1906. Das Gut selber wurde bis 1902 bewirtschaftet.
Ein Sohn der Familie Herrmann -Anton- war gelernter Schmied und gründete ein kleines Bauunternehmen.
1906 ließ er das elterliche Gut abreißen. Wir erkennen auf dem Bild die Bauarbeiter, die den Hausrat verladen.
An Stelle des Gutes baute Anton Herrmann das auf der oben stehenden Lithographie dargestellte Gebäude, mit “Conditorei & Café” im Erdgeschoss und mehreren Mietwohnungen in den oberen Etagen.
Die Lithographie eingangs der Seite lief am 18. Dezember 1917 als Feldpostkarte.
Zu dieser Zeit war Anton Herrmann schon nicht mehr Hauseigentümer. Er war 1910 in Konkurs gegangen, für die von ihm errichteten Gebäude im Viertel “Ostheim” wurde im Juni 1910 die Zwangsverwaltung und Zwangsversteigerung angeordnet. Hauseigentümer wurde bis 1968 Emil Morgner.

Im Hintergrund sieht man den Giebel des “Rudolph-Hauses” (Strumpfwarenfabrikation Wehner & Rudolph auf der Bergstraße), welches soeben fertiggestellt wurde (1906).
(Foto: Thomas Schwebe)

Zwei Ansichten außen und innen Ende der 1920er Jahre.

 

Im Laufe der vielen Jahrzehnte wechselten natürlich die Pächter, allerdings recht oft auch der Name des Cafés. Beide Daten lassen sich nicht mit letzter Sicherheit klären.
Erster bekannter Pächter war Richard Reichel, ihm folgte 1924 Alfred Krause. Der Name “Café Ostheim” wurde bis 1925 verwendet. In den zwei Annoncen oben, beide aus dem Jahre 1926, firmiert man unter anderem Namen (...und verschiedener Schreibweise desselben).
(Vorlagen: links Ingobert Rost, rechts Ullrich Krauß)

Alfred Krause soll das Café bis Ende 1938 bewirtschaftet haben, nebenstehende Reklameanzeige aus dem “Chemnitzer Tageblatt” vom Oktober 1936 benennt uns aber einen Walter Fleischer (???).
Sicher ist, dass der Konditormeister Wilhelm Hampel das Lokal ab 1939 führte, folgerichtig hieß es nun “Konditorei und Kaffee Hampel”.
(Vorlage: Hans-Christian Günther)

Vom Bombenterror am 5. März 1945 blieb das Gebäude verschont, nicht aber das “Restaurant zur Talsperre” in der Hauptstraße 42 (Besitzer Lißner). Dieses Gebäude wurde völlig zerstört und nicht wieder errichtet. Der Name “...zur Talsperre” wurde frei und ab etwa 1946/47 vom Hampel für seine Gastwirtschaft genutzt. Im örtlichen Sprachgebrauch hielt sich aber der Name “Café Hampel”, kaum einer sagte “Café zur Talsperre”.

1955 lädt Hampel mit nebenstehender Annonce die Gäste zur 700-Jahr-Feier in Einsiedel in sein Café.

Zwei Diaaufnahmen aus der DDR-Zeit, wohl die 1960er Jahre. (Fotos: Haus & Grund Einsiedel)

 

1968 kaufte Werner Rößger das gesamte Gebäude und bewirtschaftete auch das Café, mehr noch, er wandelte dies in eine Speisegaststätte um. Man ging jetzt “zum Rößger”.
Unten ein Ausschnitt aus einer Postkarte um 1985, links eine Anzeige aus dem Jahre 1995.
(Vorlage Anzeige: Gabriele Hähle)

1999 erwarb Christian Heering das Gebäude. Es wurde saniert und firmiert jetzt unter dem Namen “Hotel-Restaurant-Café zur Talsperre”.
Heering führte das Gebäude auch ins 100. Jahr seines Bestehens, zwischen 15. und 29. September 2006 widmeten sich zwei Festwochen im Hause dem Jubiläum.
Links das Gebäude am 13. Januar 2005.

 

 

Altenhainer Allee

Retour Seitenanfang

Zur Startseite...